Richtig düngen
Für viele ist eine jährliche Düngung schon Routine, doch nicht zu vergessen ist auch die zweite Düngung im Juni. In der Regel geht man davon aus, dass eine einzige Düngergabe die Pflanzen für das komplette Jahr in Wachstum, Frucht- und Blütenbildung ausreichend unterstützt. Die Wirkungsdauer eines handelsüblichen Produktes ist jedoch in der Regel wesentlich kürzer und auch der Nährstoffbedarf unserer Gartenflora ändert sich im Laufe der Wachstumsphase. Das bedeutet nun allerdings nicht “viel hilft viel“, denn auch zu viele Nährstoffe wirken sich negativ auf die Entwicklung der Pflanze aus. Um dem vorzubeugen, sollte der Boden regelmäßig kontrolliert werden. Auch für Privatpersonen gibt es die Möglichkeit, den Gartenboden kostengünstig auf dessen Inhaltsstoffe untersuchen zu lassen. So wissen Sie genau, was Ihrem Boden fehlt und womit er noch ausreichend versorgt ist.
Hier gilt das Gesetz des Minimums (Carl Sprengel, 1828). Dieses besagt, dass die Pflanze nur so gut wachsen kann, wie es der Nährstoff zulässt, der im Minimum vorhanden ist. Beispielhaft kann man sagen: Fehlt dem Boden Magnesium, kann dieses Defizit nicht dadurch aufgewogen werden, indem Sie ihm mehr Stickstoff oder Kalium zuführen.
Anzeichen für Mangel und Überdüngung
Braune Blattränder und gelbe Verfärbungen sind deutliche Merkmale dafür, dass Ihre Pflanze an einem Mangel leidet. Oder ist es etwa ein Hinweis auf Überversorgung? Hier ein paar Hinweise, wie sich Über- und Unterversorgung auf Ihre Pflanzen auswirken. Übersicht zu den wichtigsten Nährstoffen - Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K).
Spezialdünger
Um die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen, gibt es sogenannte NPK-Volldünger. Pflanzen haben jedoch unterschiedliche Ansprüche an den Boden und seinen Nährstoffgehalt. Darum gibt es für viele verschiedene Pflanzengattungen einen Spezialdünger wie zum Beispiel Koniferendünger, Rhododendrondünger oder Rosendünger, der genau auf deren Ansprüche abgestimmt ist.
Die Angabe über die Inhaltsstoffe möchten wir Ihnen am Beispiel unseres Spezialdüngers für Ziergräser und Bambus aufzeigen: Organischer Dünger 7-4-9. Die Zahlenwerte sind Prozentangaben, die besagen, in welcher Konzentration der Nährstoff im Dünger enthalten ist (Stickstoff 7 %, Phosphor 4 % und Kalium 9%). Neben diesen Hauptnährstoffen beinhaltet ein Dünger auch wichtige Spurenelemente wie Magnesium, Zink und Eisen. Auch diese sind in ausreichender Konzentration enthalten.
Düngung von Freilandpflanzen
Bei den meisten Pflanzen im Freiland sollte zweimal im Jahr gedüngt werden.
Die erste Düngung erfolgt im März. Besonders wichtig ist diese Düngung für Rosen und Stauden, da diese ansonsten in der folgenden Vegetationsphase nicht die Fülle an Blüten bilden, für die wir diese Pflanzen so lieben. So wird die Pflanze schon zu Beginn des Gartenjahres ideal mit Nährstoffen versorgt und kann kräftig austreiben. Um das Wachstum im Frühling etwas anzukurbeln kann man hier auch gerne etwas stickstoffbetont düngen. Dazu eignet sich zum Beispiel feines Hornmehl, was schneller pflanzenverfügbar ist als Hornspäne.
Die zweite Düngung erfolgt in er Regel Ende Juni / Anfang Juli zum zweiten Haupttrieb der Pflanze, dem so genannten Johannitrieb, bei der unbedingt darauf zu achten ist, dann man hierzu einen eher kaliumlastigen Dünger wählt. Der erhöhte Kaliumgehalt wirkt sich positiv auf die Zellfestigkeit und somit auf die Frosttoleranz aus, was beispielsweise bei Rosen besonders wichtig ist. Wesentlich später sollte nicht gedüngt werden (ausgenommen hiervon ist Zierrasen, der noch eine weitere Düngergabe im Herbst benötigt). Erfolgt die Düngung zu spät, kann es sein, dass sich die Pflanze noch voll im Wachstum befindet und im Herbst vom Frost überrascht wird. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, denn durch ihre noch weichen, nicht ausgereiften Triebe ist die Pflanze angreifbar und läuft Gefahr zu erfrieren.
Wo liegt der Unterschied zwischen Pflanzen im Freiland und im Topf?
Wer Pflanzen auf der Terrasse oder dem Balkon stehen hat, der weiß, dass diese mehr Aufmerksamkeit benötigen als jene die im Garten ausgepflanzt sind. Sie benötigen nicht nur deutlich häufigere Wassergaben, sondern auch eine regelmäßige Nährstoffzufuhr und somit Dünger. Der Grund hierfür ist nicht nur das begrenzte Erdreich, sondern auch das regelmäßige Gießen, denn dieses spült jeglichen Nährstoff rasch aus. Die Wurzeln entziehen dem wenigen Boden zusätzlich die Nährstoffe besonders schnell. Im Freiland hat die Pflanze die Möglichkeit ihr Wurzelwerk auszuweiten und dringend benötigte Nährstoffe aus der weiteren Umgebung aufzunehmen. So kann sich diese im Alter weitestgehend selbst ernähren. Dies bleibt der Topfpflanze leider verwehrt. Daher sind Sie als Gärtner in der Pflicht, Ihre Pflanze regelmäßig mit neuen Nährstoffen zu versorgen.
Eine Düngung von Kübelpflanzen wird daher 1-2 Mal pro Monat empfohlen, oder man verwendet einen Blumendünger mit Langzeitwirkung. Typische Balkonkasten-Blumen wie Geranie und Fuchsie sind besonders hungrige Gesellen. Bei Ihnen empfiehlt es sich meist, alle zwei Wochen mit einem Flüssigdünger zu düngen, damit sie sich prächtig entwickeln können. Auch dürfen Balkonblumen ruhig länger als nur bis Juli gedüngt werden. Schließlich werden sie meist nur als einjährige Sommerpflanzen gepflanzt und nur selten überwintert. So möchte man sich wenigstens möglichst lange an den schönen Blüten und einem gesunden Wuchs erfreuen.
Unterscheidungsmerkmale Dünger
Dünger unterscheiden wir in organische, organisch-mineralische und rein mineralische Präparate.
Wie der Name bereits verrät, bestehen rein organische Naturdünger aus durchweg natürlichen Inhaltsstoffen. Frei nach dem Motto aus der Natur für die Natur. Die besten Beispiele hierfür sind Komposterde und abgelagerter Stallmist. Doch auch Hornspäne und Brennnesselsubstrat zählen zu den rein organischen Düngern. Sie wirken auf lange Sicht, da sie sich nur langsam zersetzen. Die Zersetzung erfolgt durch Mikroorganismen unter Einfluss von Temperatur und Bodenfeuchtigkeit. So werden ihre Nährstoffe über mehrere Wochen und Monate freigesetzt. Paradebeispiel hierfür sind Hornspäne. Sie sollten schon Ende Herbst ausgebracht werden, da ihre Zersetzung mehrere Monate dauert. So werden die Nährstoffe pünktlich zu Beginn des Frühlings frei und stärken die Pflanze. Da natürlich nicht alle Nährstoffe zum selben Zeitpunkt freigesetzt werden, ist es nur schwer möglich, eine Pflanze mit organischen Düngern zu überdüngen. Gleichzeitig werden nur wenige Nährstoffe ausgewaschen und die Pflanze kann sich über lange Zeit an einem gleichbleibenden Nährstoffgehalt bedienen. Für eine ganzheitliche, gesunde Entwicklung der Pflanze ist ein organischer Dünger genau das Richtige, muss jedoch zwingend auch mit Mineralien, wie sie beispielsweise in Uhrgesteinsmehl vorhanden sind, kombiniert werden. Entdecken Sie jedoch einen gravierenden Mangel, der schnell behoben werden muss, ist diese Art der Düngung nur bedingt geeignet.
Mineralischer Dünger wird industriell hergestellt. Er ist ein sogenannter “Kunstdünger“, der auf mineralischen Salzen basiert. Die Nährstoffe befinden sich in den Salzen und werden durch Zugabe von Wasser direkt gelöst und für die Pflanze zugänglich. Wenn es einmal schnell gehen muss, ist ein mineralischer Dünger daher genau das Richtige. Mit ihm können Mangelerscheinungen in kürzester Zeit behoben werden. Leider sind die Nährstoffe des mineralischen Düngers sehr kurzweilig. Die, die nicht schnell genug von der Pflanze aufgenommen werden können, laufen Gefahr, vom Regen ausgewaschen zu werden. Auch regt dieser das Bodenleben nicht an und ist auf lange Sicht nicht förderlich für das Bodenleben im Allgemeinen.
Organisch-mineralischer Dünger ist eine Kombination aus beiden Komponenten, welche die Vorteile aus beiden Gruppen ideal miteinander vereint.
Flüssigdünger, granulierter Dünger oder Düngesticks
Granulierter Dünger gilt als Basisdünger. Er ist für das allgemeine Wohl der Pflanze verantwortlich. Er zersetzt sich nach zwei bis drei Wochen. Wer den granulierten Dünger gleich in der idealen Dosierung zuführen möchte, für den sind Düngesticks genau das richtige. Während sie den granulierten Dünger nur oberflächlich ausbringen, werden Düngesticks in den Boden, nahe der Pflanze eingedrückt.
Flüssigdünger kann über das Gießwasser oder als Blattdünger verabreicht werden (auf ein geeignetes Produkt achten, denn nicht jeder Flüssigdünger ist zur Blattdüngung geeignet). Damit sich der Flüssigdünger im Gießwasser gut verteilt, sollten Sie eine Gießkanne zur Hälfte mit Wasser füllen, den Flüssigdünger hinzugeben und anschließend noch einmal Wasser zugeben bis die Gießkanne ganz gefüllt ist. So wird das Produkt ideal im Wasser vermengt. Als Blattdünger wird der Flüssigdünger ganz bequem über die Rückenspritze ausgebracht. So wird der Dünger direkt über das Blatt aufgenommen und wirkt besonders schnell und effektiv. Auch sind die Auswaschungen bei einer Blattdüngung sehr viel geringer. Flüssigdünger können sowohl im Freiland, wie auch bei Topfpflanzen angewendet werden. Er wirkt besonders schnell, so dass er auch kurzfristig eingesetzt werden kann.

Die richtige Düngung bedarf einem geplanten und exakten Vorgehen. Sollten Sie hierbei Hilfe benötigen, zögern Sie bitte nicht uns zu kontaktieren.